AUSBILDUNG UND BERUFSPRAXIS IN DER MEDIATION

AUSBILDUNG UND BERUFSPRAXIS IN DER MEDIATION: VON DER THEORIE ZU REALEN FÄLLEN

Mediation und andere angemessene Methoden der Streitbeilegung (MASC) befinden sich in Spanien derzeit in einer Phase bedeutender Veränderungen und zunehmender professioneller Relevanz. Mit dem Inkrafttreten des spanischen Organgesetzes 1/2025 vom 2. Januar über Maßnahmen zur Effizienzsteigerung des öffentlichen Justizwesens wurde die Bedeutung außergerichtlicher und verhandlungsorientierter Verfahren zur Vermeidung und Lösung von Konflikten erheblich gestärkt.

Diese neue rechtliche Situation führt auch zu einem wachsenden Interesse an der Ausbildung in Mediation, Schlichtung und anderen Formen der außergerichtlichen Streitbeilegung, sowohl bei Fachleuten, die diese Instrumente in ihre bestehende berufliche Tätigkeit integrieren möchten, als auch bei Personen, die eine neue berufliche Tätigkeit im Bereich Mediation und Konfliktlösung anstreben.

Eine Ausbildung zum Mediator oder zur Mediatorin besteht jedoch nicht nur darin, gesetzliche Vorschriften zu studieren oder bestimmte Kommunikations-, Verhandlungs- und Konfliktmanagementtechniken zu erlernen. Mediation ist vor allem ein Beruf, der wesentlich durch praktische Erfahrung geprägt wird.

Genau hier stellt sich eine der Fragen, die viele Menschen nach Abschluss ihrer Mediationsausbildung beschäftigt:

Wie gelingt der Übergang von der theoretischen Ausbildung zu den ersten realen Mediationsfällen?

Bei Logos Media beschäftigen wir uns genau mit dieser Verbindung zwischen Mediationsausbildung und beruflicher Praxis. Verschiedene Angebote ermöglichen es, von der Grundausbildung über die Vorbereitung auf die berufliche Tätigkeit bis hin zur weiteren praktischen Erfahrung und zum professionellen Mentoring voranzuschreiten.

Das Organgesetz 1/2025 und die neue Bedeutung von Mediation und MASC in Spanien

Das Organgesetz 1/2025 hat die Art und Weise, wie zivilrechtliche und handelsrechtliche Konflikte in Spanien behandelt werden, wesentlich verändert.

Die neue Regelung stärkt die angemessenen Methoden der Streitbeilegung (MASC) und führt, vorbehaltlich der gesetzlich vorgesehenen Ausnahmen, die Verpflichtung ein, vor Einleitung bestimmter zivilrechtlicher und handelsrechtlicher Gerichtsverfahren einen vorherigen Verhandlungsversuch nachzuweisen.

Mediation, private Schlichtung, direkte Verhandlungen zwischen den Parteien oder ihren Rechtsanwälten, vertrauliche verbindliche Angebote, die Stellungnahme einer unabhängigen sachverständigen Person sowie Collaborative Law gehören zu diesem neuen System der Konfliktlösung.

Eine gute professionelle Ausbildung in Mediation, Schlichtung und außergerichtlicher Streitbeilegung sollte deshalb heute weit über das Erlernen traditioneller Mediationstechniken hinausgehen.

Zukünftige Mediatorinnen und Mediatoren müssen den neuen rechtlichen Rahmen verstehen, die verschiedenen Möglichkeiten der Verhandlung und Konfliktlösung kennen und vor allem lernen, diese in realen Situationen professionell anzuwenden.

 

Ausbildung in Mediation, Schlichtung und MASC 2026 · 2027

Im kommenden Oktober beginnt eine neue Ausgabe des Spezialisierungsprogramms für Mediation, Schlichtung und ADR (MASC), einschließlich Elternkoordination und weiterer Methoden der Konfliktlösung.

Diese Ausbildung richtet sich an Personen, die sich auf Mediation und Konfliktlösung spezialisieren und die Kenntnisse und Kompetenzen erwerben möchten, die für eine professionelle Tätigkeit in diesem Bereich erforderlich sind.

Die Ausbildung verbindet theoretisches Wissen, rechtliche Grundlagen, praktische Instrumente, die Entwicklung professioneller Kompetenzen sowie die Beschäftigung mit unterschiedlichen Bereichen der Mediation.

Im aktuellen Kontext halte ich es für besonders wichtig, dass zukünftige Fachleute nicht nur die Mediation kennenlernen, sondern auch die private Schlichtung und die verschiedenen MASC beziehungsweise ADR-Verfahren, deren Bedeutung infolge der durch das Organgesetz 1/2025 eingeführten Änderungen erheblich zugenommen hat.

Weitere Informationen zum Spezialisierungsprogramm Mediation, Schlichtung und ADR (MASC) · 2026 · 2027:

https://logosmedia.es/wp-content/uploads/2026/07/TITOL-DESPECIALISTA-MEDIACIO-CONCILIACIO-I-ADR-MASC-2026-27-v.13.7.2026.pdf

Welche Voraussetzungen gelten für Mediatoren in Katalonien?

Diese Frage wird häufig von Personen gestellt, die sich für eine Mediationsausbildung in Barcelona oder Katalonien interessieren.

Gleichzeitig besteht in diesem Bereich noch eine gewisse Unsicherheit.

Eine verbreitete Annahme ist, dass man für die Tätigkeit als Mediator oder Mediatorin in Katalonien zwingend einen Hochschulabschluss nach dem heutigen spanischen Grado-System besitzen muss.

Die katalanische Gesetzgebung verlangt jedoch eine offizielle Hochschulqualifikation und nicht ausdrücklich einen heutigen spanischen Grado-Abschluss.

Artikel 17.2 des katalanischen Gesetzes 15/2009 vom 22. Juli über die Mediation im Bereich des Privatrechts bestimmt, dass natürliche Personen, die die Eintragung in die allgemeinen Mediatorenregister des Mediationszentrums von Katalonien beantragen möchten, unter anderem folgende Voraussetzungen erfüllen müssen:

  1. a) Eine offizielle Hochschulqualifikation
  2. b) Eine spezifische Ausbildung und Qualifikation in Mediation sowie in der entsprechenden Spezialisierung nachweisen.
  3. c) Mitglied der entsprechenden Berufskammer sein, einer vom zuständigen Ministerium anerkannten Berufsvereinigung im Bereich Mediation angehören oder als Mediator beziehungsweise Mediatorin für die öffentliche Verwaltung tätig sein.

Diese Unterscheidung ist wichtig.

Das Gesetz verwendet nicht ausdrücklich den Begriff eines heutigen universitären Grado, sondern verlangt eine offizielle Hochschulqualifikation.

Daher kann auch eine offizielle Hochschulqualifikation aus einem früheren spanischen Hochschulsystem, beispielsweise eine offizielle Diplomatura Universitaria, diese Voraussetzung erfüllen, sofern die betreffende Person auch die übrigen gesetzlich festgelegten Voraussetzungen für die Eintragung erfüllt.

Diese Klarstellung ist insbesondere für Fachleute von Bedeutung, die ihr Hochschulstudium nach einem früheren Studiensystem abgeschlossen haben und möglicherweise irrtümlich davon ausgehen, dass ihre Qualifikation ihnen den Zugang zur professionellen Mediation verwehrt.

Selbstverständlich sollte jede Person ihre konkrete akademische Situation prüfen und sicherstellen, dass sämtliche von der zuständigen Behörde verlangten Voraussetzungen erfüllt sind.

Die Regelung sieht darüber hinaus die Möglichkeit vor, einer offiziell anerkannten Berufsvereinigung für Mediation anzugehören, wie beispielsweise der Associació de Professionals de la Mediació de Conflictes de Catalunya (ACDMA).

 

Von der Theorie zur Praxis: Wie beginnt man als Mediator?

Nach Abschluss der Ausbildung stellt sich eine weitere Frage, die meiner Ansicht nach noch wichtiger ist:

Wie beginne ich tatsächlich meine berufliche Tätigkeit als Mediator oder Mediatorin?

Die erste Akte, der erste Anruf einer Person, die sich in einem Konflikt befindet, die erste Kontaktaufnahme mit der anderen Partei, das Informationsgespräch, die Vorbereitung der Unterlagen, der Umgang mit Rechtsanwälten, die Festlegung der Honorare, die Wahrung der Vertraulichkeit oder der Umgang mit unerwarteten Situationen sind Aspekte der Mediationspraxis, die sich nur schwer ausschließlich durch theoretisches Lernen vermitteln lassen.

Aus diesem Grund organisiert Logos Media am 9. September 2026 eine Onlineveranstaltung unter dem Titel „Starten Sie Ihre berufliche Tätigkeit: von der Theorie zur Praxis der Mediation“.

Das Angebot richtet sich insbesondere an Personen, die ihre Mediationsausbildung abgeschlossen haben und nun ihre berufliche Tätigkeit aufnehmen möchten, sowie an bereits ausgebildete Fachleute, die bislang noch nicht ausreichend Gelegenheit hatten, reale Mediationsfälle zu bearbeiten.

Ziel ist es, Mediation so zu behandeln, wie sie uns in der beruflichen Praxis tatsächlich begegnet: vom Eingang der ersten Anfrage über die Vorbereitung und Durchführung der Sitzungen bis hin zur Dokumentation, zur Kommunikation mit den Parteien und ihren beratenden Fachleuten sowie zum Umgang mit den unterschiedlichen Situationen, die während eines Mediationsverfahrens entstehen können.

Letztlich geht es darum, eine sehr konkrete Frage zu beantworten:

Was muss ich tun, wenn ich meinen ersten Mediationsfall erhalte?

Weitere Informationen und Anmeldung zu „Starten Sie Ihre berufliche Tätigkeit: von der Theorie zur Praxis der Mediation“:

https://logosmedia.es/inicia-la-teva-activitat-professional-de-la-teoria-a-la-practica-de-la-mediacio/

 

Mentoring für Mediatoren: praktische Erfahrung mit realen Fällen sammeln

Es gibt noch eine weitere wichtige Stufe im Lernprozess: das professionelle Mentoring in der Mediation.

Wir können einen Fall studieren, ihn im Rahmen einer Ausbildung analysieren oder Simulationen durchführen. All dies ist notwendig und äußerst hilfreich.

Ein realer Konflikt ist jedoch anders.

Menschen reagieren, zweifeln, verändern ihre Positionen, zeigen Emotionen, konsultieren ihre Rechtsanwälte, formulieren neue Vorschläge oder bringen Aspekte in das Verfahren ein, die zu Beginn noch nicht erkennbar waren.

Genau an diesem Punkt gewinnt die berufliche Erfahrung eine besondere Bedeutung.

Aus diesem Grund bietet Logos Media auch ein professionelles Mentoring für Mediatorinnen und Mediatoren an, die nach Abschluss ihrer Ausbildung weitere praktische Erfahrung sammeln möchten.

Dieses Mentoring ermöglicht es, sich gemeinsam mit erfahrenen Fachleuten intensiv mit realen Fällen auseinanderzusetzen. Dabei werden die Vorbereitung des Mediationsverfahrens, die Strategie, die Interventionen, auftretende Schwierigkeiten und die im Laufe einer Mediation zu treffenden Entscheidungen analysiert.

Wenn Art und Umstände des jeweiligen Falls dies zulassen und stets unter strikter Wahrung der Vertraulichkeit, der geltenden rechtlichen Bestimmungen und der Zustimmung der beteiligten Personen, kann das Mentoring auch eine direkte Annäherung an reale Mediationsverfahren sowie eine begleitete und beaufsichtigte Mitwirkung an realen Mediationsprozessen umfassen.

Es geht also nicht nur darum, zuzusehen.

Ziel ist es vielmehr, dass die am Mentoring teilnehmende Person schrittweise lernt, mit realen Konflikten zu arbeiten und dabei von einem erfahrenen professionellen Mediator begleitet und betreut wird.

Bei diesem Programm handelt es sich um eine professionelle Mentoringdienstleistung gegen Honorar. Das Honorar bezieht sich auf die praktische Ausbildung, die Supervision, die professionelle Begleitung sowie auf den zeitlichen und fachlichen Einsatz des Mentors während dieses Lernprozesses.

Auf diese Weise kann Mentoring dazu beitragen, eine der schwierigsten Phasen beim Einstieg in den Beruf zu überbrücken: den Abstand zwischen dem Abschluss einer Mediationsausbildung und dem Gefühl, tatsächlich bereit zu sein, die ersten eigenen Mediationsverfahren professionell zu führen.

 

Ausbildung, Praxis und Berufserfahrung in der Mediation

Nach vielen Jahren Tätigkeit im Bereich Mediation und Konfliktmanagement bin ich immer mehr davon überzeugt, dass eine gute Ausbildung unverzichtbar ist. Gleichzeitig kommt jedoch ein Zeitpunkt, an dem der Schritt von der Theorie in die Praxis erfolgen muss.

Ein guter Mediator benötigt Ausbildung, Methodik und rechtliche Kenntnisse.

Er muss aber ebenso zuhören und beobachten können, mit Schweigen umgehen, Emotionen verstehen, Interessen erkennen, geeignete Fragen stellen, neue Lösungsoptionen ermöglichen und ein professionelles Urteilsvermögen entwickeln, um zu erkennen, wann eine Intervention sinnvoll ist und wann es besser ist, den Parteien Raum für ihre eigene Entwicklung zu geben.

Diese Erfahrung entsteht schrittweise.

Deshalb halte ich es für besonders sinnvoll, einen professionellen Weg zu entwickeln, der Mediationsausbildung, Spezialisierung, Berufspraxis und Mentoring miteinander verbindet:

sich ausbilden · sich auf die Berufspraxis vorbereiten · die ersten realen Fälle bearbeiten · gemeinsam mit erfahrenen Fachleuten weiterlernen.

Mediation, Schlichtung und andere Formen der außergerichtlichen Streitbeilegung treten in Spanien in eine neue Phase ein.

Das Organgesetz 1/2025 hat die Bedeutung von Verhandlungen und angemessenen Methoden der Streitbeilegung gestärkt. Damit verbunden ist auch die Aufgabe, Fachleute auszubilden, die Mediation mit Professionalität, Verantwortungsbewusstsein, Unabhängigkeit und tatsächlicher praktischer Erfahrung ausüben können.

 

Weitere Informationen über Ausbildung und Berufspraxis in der Mediation

Starten Sie Ihre berufliche Tätigkeit: von der Theorie zur Praxis der Mediation
9. September 2026 · Onlineveranstaltung
Logos Media
https://logosmedia.es/inicia-la-teva-activitat-professional-de-la-teoria-a-la-practica-de-la-mediacio/

Spezialisierungsprogramm Mediation, Schlichtung und ADR (MASC) · 2026 · 2027
Beginn: Oktober 2026
Logos Media
https://logosmedia.es/wp-content/uploads/2026/07/TITOL-DESPECIALISTA-MEDIACIO-CONCILIACIO-I-ADR-MASC-2026-27-v.13.7.2026.pdf

 

Fragen zu Mediation, Ausbildung und Berufspraxis

Wenn Sie Fragen zur Mediationsausbildung, zu den Voraussetzungen für die Tätigkeit als Mediator in Katalonien, zum Einstieg in die professionelle Mediation, zur praktischen Erfahrung mit Mediationsfällen, zu MASC und ADR oder zum professionellen Mentoring für Mediatoren haben, können Sie gerne Kontakt mit uns aufnehmen.

Daniel Sererols Villalón
Mediator in Barcelona, Spanien
Tel. +34 661 463 306
E-Mail: daniel@mediadorconflictos.com

Bertram Müller
Konfliktmediator · Barcelona und Deutschland
Tel. +34 669 570 074
E-Mail: bertram@mediadorconflictos.com

www.mediadorconflictos.com