Was sind ethische Kodizes von Unternehmen?

Was sind ethische Kodizes von Unternehmen?

Die ethischen Kodizes von Unternehmen, auch als Verhaltenskodizes bekannt, sind interne Dokumente, in denen die Grundsätze, Werte und Verhaltensregeln festgelegt sind, die das Handeln einer Organisation sowie aller Personen, die mit ihr in Beziehung stehen, leiten sollen. Sie stellen ein zentrales Instrument zur Förderung einer verantwortungsvollen Unternehmenskultur, zur Prävention von Konflikten und zur Stärkung des internen wie externen Vertrauens dar.

Aus der Perspektive der Mediation, der Schlichtung und der Konfliktprävention sind ethische Kodizes nicht lediglich eine formale oder rechtliche Verpflichtung, sondern ein strategisches Instrument zur Verbesserung arbeitsrechtlicher, geschäftlicher und institutioneller Beziehungen.

 

Wozu dienen ethische Kodizes in Unternehmen?

Ein gut ausgearbeiteter ethischer Kodex erfüllt mehrere Funktionen:

  • Er definiert akzeptables und inakzeptables Verhalten innerhalb des Unternehmens.
  • Er beugt internen und externen Konflikten vor, indem von Beginn an klare Regeln festgelegt werden.
  • Er reduziert Risiken wie Betrug, Korruption, Belästigung oder Diskriminierung.
  • Er erleichtert ethische Entscheidungsfindung in komplexen Situationen.
  • Er stärkt den Ruf des Unternehmens sowie das Vertrauen von Kundinnen und Kunden und Lieferanten.
  • Er trägt zur Einhaltung der Verpflichtungen im Bereich Compliance und guter Unternehmensführung bei.

Was bedeutet Compliance?

Compliance bezeichnet die Gesamtheit der Verfahren und bewährten Praktiken, die von Unternehmen eingeführt werden, um rechtliche und ethische Risiken zu verhindern, zu erkennen und zu steuern, und um die Einhaltung der geltenden Vorschriften, internen Verpflichtungen und Unternehmenswerte sicherzustellen. Eine ordnungsgemäße Umsetzung trägt zur Verringerung von Konflikten, Haftungsrisiken und Sanktionen bei und fügt sich nahtlos in eine präventive und dialogorientierte Unternehmenskultur ein.

In der Praxis hätten viele Situationen, die in arbeitsrechtliche, geschäftliche oder reputationsbezogene Konflikte münden, durch einen klaren, bekannten und angewandten ethischen Kodex vermieden werden können.

 

Was enthält ein unternehmensinterner ethischer Kodex in der Regel?

Auch wenn jede Organisation den Kodex an ihre spezifische Realität anpassen muss, enthalten die meisten ethischen Kodizes folgende Elemente:

  1. Unternehmenswerte und -prinzipien

Integrität, Transparenz, Respekt, soziale Verantwortung, Rechtmäßigkeit und guter Glaube bilden in der Regel die grundlegenden Pfeiler.

  1. Interne Verhaltensregeln
  • Arbeitsbeziehungen, die auf Respekt und Zusammenarbeit beruhen.
  • Gleichbehandlung, Vielfalt und Nichtdiskriminierung.
  • Prävention von Mobbing und sexueller Belästigung am Arbeitsplatz.
  • Verantwortungsbewusster Umgang mit den Ressourcen des Unternehmens.
  1. Interessenkonflikte

Klare Leitlinien zur Identifikation, Mitteilung und Handhabung von Situationen, in denen persönliche Interessen mit den Interessen des Unternehmens in Konflikt geraten können.

  1. Vertrauliche Informationen und Datenschutz

Verpflichtungen zur Vertraulichkeit sowie zum sachgemäßen Umgang mit sensiblen Informationen.

  1. Externe Beziehungen

Ethische Kriterien für die Beziehungen zu Kundinnen und Kunden, Lieferanten, öffentlichen Verwaltungen und sonstigen Dritten.

  1. Interne Kommunikations- und Meldesysteme

Mechanismen zur:

  • Stellung ethischer Anfragen.
  • Meldung möglicher Verstöße.
  • Klärung von Meinungsverschiedenheiten, bevor sie zu offenen Konflikten eskalieren.

 

Für wen gelten ethische Kodizes?

Ethische Kodizes gelten in der Regel für:

  • Führungskräfte und Mitarbeitende.
  • Externe Mitarbeitende und Kooperationspartner.
  • Lieferanten und Geschäftspartner.

Zunehmend verlangen Unternehmen die ausdrückliche Anerkennung des ethischen Kodex als Voraussetzung für die Aufnahme oder Fortführung einer vertraglichen Beziehung.

 

Was geschieht bei Verstößen gegen einen ethischen Kodex?

Ein Verstoß gegen einen ethischen Kodex kann erhebliche Konsequenzen haben – sowohl für die handelnde Person als auch für das Unternehmen selbst. Auch wenn ein ethischer Kodex nicht stets den Rang einer Rechtsnorm hat, bleibt seine Verletzung nicht folgenlos.

Zu den wichtigsten Konsequenzen zählen:

  • Interne disziplinarische Maßnahmen, die je nach Schwere des Verstoßes und geltender Rechtslage von einer Abmahnung oder Sanktion bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses reichen können.
  • Vertragliche Haftung, insbesondere wenn der ethische Kodex Bestandteil von Verträgen mit Lieferanten, externen Mitarbeitenden oder Geschäftspartnern ist.
  • Reputationsschäden, mit unmittelbaren Auswirkungen auf das Vertrauen von Kundinnen und Kunden, Teams und Dritten.
  • Rechtliche Risiken, sofern das gegen den Kodex verstoßende Verhalten zugleich gegen Gesetze oder Vorschriften verstößt.
  • Verschlechterung des Betriebsklimas und Zunahme interner Konflikte.

Aus diesem Grund setzen immer mehr Unternehmen auf dialogorientierte Mechanismen zur Behandlung von Verstößen, indem sie – sofern der Fall dies zulässt – Mediation und Schlichtung gegenüber rein sanktionierenden Maßnahmen den Vorrang geben.

 

Ethischer Kodex und Konfliktprävention

Aus der Erfahrung in Mediation und Schlichtung ist der ethische Kodex ein erstklassiges präventives Instrument. Sind die Spielregeln klar definiert:

  • Nehmen Missverständnisse ab.
  • Verringern sich zwischenmenschliche Konflikte.
  • Steigt die Wahrnehmung von Fairness und organisatorischer Kohärenz.

Darüber hinaus kann ein ethischer Kodex ausdrücklich Mediation und Schlichtung als bevorzugte Wege zur Lösung interner Konflikte vorsehen und so unnötige Disziplinarverfahren oder die gerichtliche Austragung von Streitigkeiten vermeiden.

 

Die Rolle des auf Unternehmen spezialisierten Mediators

Die Einbindung eines Fachmanns oder einer Fachfrau für Unternehmensmediation stellt im Zusammenhang mit ethischen Kodizes einen echten Mehrwert dar:

  • Beratung bei der Ausarbeitung oder Überarbeitung des ethischen Kodex mit einem praxisnahen und präventiven Ansatz.
  • Entwicklung von Konfliktmanagement-Protokollen, die mit den Werten des Unternehmens im Einklang stehen.
  • Tätigkeit als neutraler Dritter bei internen Konflikten oder Streitigkeiten zwischen Unternehmen und Dritten.
  • Schulungen zu Kommunikationskompetenzen, Konfliktmanagement und ethischer Unternehmenskultur.

Ein ethischer Kodex ist nur dann wirksam, wenn er in den Arbeitsalltag der Organisation integriert wird. Mediation hilft dabei, Grundsätze in gelebte Praxis zu überführen.

 

Fazit

Ethische Kodizes von Unternehmen sollten nicht als bloße formale Dokumente verstanden werden, sondern als lebendige Instrumente zur Prävention, zum Management und zur Lösung von Konflikten. Ihre Verknüpfung mit Mediations- und Schlichtungsmechanismen trägt zur Schaffung gesünderer, nachhaltigerer Organisationen bei, die mit den von ihnen vertretenen Werten im Einklang stehen.

Benötigt Ihr Unternehmen Unterstützung in diesem Bereich, kann die Hinzuziehung eines spezialisierten externen Fachmanns oder einer Fachfrau den entscheidenden Unterschied machen.

 

Professioneller Kontakt

Bertram Müller
📞 Tel. 669.570.074
📧 bertram@mediadorconflictos.com

Daniel Sererols Villalón
📞 Tel. 661.463.306
📧 daniel@mediadorconflictos.com