28 Feb. Finanzierung und tatsächliche Kostenfreiheit der staatlich subventionierten Privatschulen
Finanzierung und tatsächliche Kostenfreiheit der staatlich subventionierten Privatschulen
In den letzten Tagen hat ein in La Vanguardia veröffentlichter Artikel erneut eine ebenso relevante wie häufig übersehene Frage in den Mittelpunkt gerückt: die strukturelle Unterfinanzierung der staatlich subventionierten Privatschulen in Katalonien und die tatsächlichen Schwierigkeiten, eine wirksame Kostenfreiheit des Bildungssystems zu gewährleisten. Verschiedene repräsentative Organisationen des Sektors haben eine Unterschriftensammlung gestartet, um eine ausreichende Finanzierung zu fordern, die es ermöglicht, personelle und materielle Ressourcen mit denen der öffentlichen Schulen gleichzustellen, sodass nicht die Familien indirekt das Finanzierungsdefizit tragen müssen.
Ich schreibe diese Zeilen aus einer doppelten Perspektive, die ich für ehrlich halte, ausdrücklich darzulegen. Einerseits als eingetragener Konfliktmediator, der es gewohnt ist, systemische Konflikte von ihren strukturellen Ursachen her zu analysieren, jenseits gegensätzlicher Positionen. Andererseits als Lehrkraft für berufliche Bildung an La Salle, einer Bildungseinrichtung mit unbestrittener Tradition, die unterschiedliche Realitäten vereint: private Ausbildung, aber auch klar staatlich subventionierte Bildungsbereiche, die Teil des öffentlich finanzierten Bildungssystems sind.
Gerade diese Vielfalt macht die Spannung besonders deutlich, die durch ein Modell entsteht, das die Kostenfreiheit der Bildung proklamiert, jedoch nicht alle zum System gehörenden Einrichtungen angemessen finanziert. Wie die initiierenden Organisationen darlegen, stellen die staatlich subventionierten Privatschulen etwa ein Drittel des katalanischen Bildungssystems dar, haben jedoch nur einen sehr geringen Anteil der Haushaltssteigerungen der letzten Jahre erhalten. Diese Asymmetrie ist nicht nur eine buchhalterische Frage: Sie hat direkte Auswirkungen auf die Chancengleichheit, die tatsächliche Freiheit der Schulwahl und den Zusammenhalt des Bildungssystems.
Die Schulleitung hat uns ein klares und gut begründetes Dokument übermittelt, das die Gründe dieser Mobilisierung erläutert und die Notwendigkeit unterstreicht, auch für die staatlich subventionierten Privatschulen die notwendigen Ressourcen zu gewährleisten, um eine vollständig kostenfreie und qualitativ hochwertige Bildung anzubieten. Ich teile den Kern dieses Anliegens und bin der Auffassung, dass seine öffentliche Unterstützung eine Frage beruflicher Kohärenz und bürgerschaftlicher Verantwortung ist.
Dies ist kein Artikel über Mediation, doch er beruht auf einer Überzeugung, die eng mit der Kultur des Dialogs verbunden ist: Strukturelle Konflikte werden nicht gelöst, indem man sie ignoriert, sondern indem man sie sichtbar macht und mit Daten, Sachlichkeit und Einigungsbereitschaft angeht. Die Debatte über die Bildungsfinanzierung sollte kein Konflikt zwischen verschiedenen Bildungsnetzwerken sein, sondern eine kollektive Reflexion darüber, wie ein gerechtes, nachhaltiges und tatsächlich kostenfreies System für alle Familien gewährleistet werden kann.
Aus diesem Grund möchte ich meine ausdrückliche Unterstützung für die von verschiedenen Bildungsorganisationen initiierte Maßnahme zum Ausdruck bringen und Familien, Lehrkräfte sowie die gesamte Öffentlichkeit dazu ermutigen, sich durch die Unterzeichnung des Manifests unter folgendem Link anzuschließen:
https://www.escoladelagent.org
Initiierende Organisationen:
Familien: Christliche Konföderation der Elternvereinigungen Kataloniens (CCAPAC) und Föderation der Elternvereinigungen der freien Schulen Kataloniens (FAPEL).
Gewerkschaften und Lehrkräfte: Bildungsföderation der USOC (FEUSOC) und Vereinigung der Lehrkräfte der Christlichen Schulen Kataloniens (APECC).
Arbeitgeberverbände: Agrupació Escolar Catalana (AEC), Associació Professional Serveis Educatius de Catalunya (APSEC), Confederació de Centres Autònoms d’Ensenyament de Catalunya (CCAEC), Federació Catalana de Centres d’Ensenyament (FECACEN) und Fundació Escola Cristiana de Catalunya (FECC).
Daniel Sererols Villalón
Rechtsanwalt und Mediator
Tel. +34 661 463 306
daniel@mediadorconflictos.com