Der Stadtrat von Barcelona

Der Stadtrat von Barcelona: Zusammenleben und die Nachbarschaftsbewegung für eine freundlichere Stadt

Am vergangenen Dienstag, dem 16. Dezember, fand die Plenarsitzung des Stadtrats von Barcelona statt, des höchsten beratenden Organs und Gremiums für Bürgerbeteiligung der Stadt, in einer Sitzung unter dem Vorsitz von Herrn Jaume Collboni, Bürgermeister von Barcelona. Die Plenarsitzung machte erneut die Bedeutung dieses Gremiums als Treffpunkt zwischen Institutionen, organisierter Zivilgesellschaft und der Nachbarschaftsbewegung deutlich, um gemeinsam zu reflektieren und Einfluss auf die öffentlichen Politiken der Stadt zu nehmen.

An dieser Plenarsitzung nahm ich als nachbarschaftlicher Vertreter des Bezirks Sants-Montjuïc teil und übte die Vertretung der acht Nachbarschaftsräte des Bezirks aus, als Formen territorialer Beteiligung, die die Stimme der Bewohnerschaft in zentralen Fragen wie Zusammenleben, öffentlicher Raum, Wohnen und gemeinschaftliche Dienstleistungen bündeln. Diese Näheperspektive verleiht dem Stadtrat eine in den Stadtvierteln verwurzelte Sichtweise sowie einen Bezug zu den alltäglichen Konflikten, die dort entstehen.

An der Sitzung nahmen zudem verschiedene relevante institutionelle und gesellschaftliche Vertreter teil, darunter Marc Serra, ehemaliger Stadtrat des Bezirks Sants-Montjuïc, dessen Laufbahn eng mit der Stadtteilpolitik, der Bürgerbeteiligung und dem urbanen Zusammenleben verbunden ist, sowie Herr Pedro Aguilera Cortés, Beauftragter für Partizipation der Stadtverwaltung von Barcelona, verantwortlich für die Förderung und Stärkung partizipativer Demokratieformen in der Stadt.

Im Verlauf der Plenarsitzung wurden mehrere Stellungnahmen von großer Bedeutung für die Gegenwart und die Zukunft Barcelonas verabschiedet: Barcelona Freundlich und Entgegenkommend: ein Raum für das Zusammenleben aller; Haushaltspläne und Steuerordnungen 2026; sowie Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Wohnungswesen in Barcelona.

Aus der Perspektive der Konfliktmediation und der MASC richtet dieser Artikel den Fokus auf jene Elemente der Plenarsitzung, die unmittelbar mit dem urbanen Zusammenleben, der Gemeinwesenarbeit und der wesentlichen Rolle der Nachbarschaftsbewegung verbunden sind.

Die Stellungnahme Barcelona Freundlich und Entgegenkommend stellt ein klares Bekenntnis zu einem Stadtmodell dar, das auf Zusammenleben, gemeinschaftlicher Verantwortung der Bürgerschaft und der Prävention von Konflikten basiert. In einer vielfältigen und komplexen Stadt wie Barcelona gehört Konflikt zum Alltag; die Herausforderung besteht nicht darin, ihn zu vermeiden, sondern ihn angemessen zu bewältigen.

Aus dieser Sichtweise heraus bekräftigt die Stellungnahme eine grundlegende Idee: Nicht jeder Konflikt sollte mit einer sanktionierenden oder polizeilichen Antwort begegnet werden. Viele Situationen können und sollten mithilfe von Dialoginstrumenten, gemeinschaftlicher Mediation, sozialpädagogischer Arbeit und präventiver Intervention angegangen werden, im Einklang mit den Geeigneten Mitteln zur Konfliktlösung sowie mit einer langen barcelonischen Tradition dialogorientierter Konfliktbearbeitung in den Stadtvierteln.

Einer der relevantesten Aspekte der Debatte war die Anerkennung der Rolle der Stadtteilpädagoginnen und -pädagogen sowie der nächtlichen Mediatorinnen und Mediatoren als Schlüsselfiguren im Umgang mit dem Zusammenleben, insbesondere in Kontexten des Nachtlebens und in sensiblen Zeitfenstern.

In diesem Zusammenhang wurde die Figur des Nachtbürgermeisters sowie die Arbeit des Nachtrats hervorgehoben, als Räume, die darauf ausgerichtet sind, Politiken des Zusammenlebens, der Freizeitgestaltung und der Nutzung des öffentlichen Raums zu koordinieren. Hervorzuheben ist, dass diese Strukturen nicht über eine kommunale Polizei verfügen und dass ihr Wesen präventiv, pädagogisch und mediativ ist, nicht sanktionierend.

Besonders hervorzuheben ist die von Frau Zapata vorangetriebene Arbeit im Zusammenhang mit der Nachtpolitik, die auf Begleitung, Mediation und Konfliktreduktion setzt. In diesem Kontext ist es ungerecht und falsch, nächtliche Mediatorinnen und Mediatoren als eine angebliche verdeckte Polizei zu bezeichnen – eine Behauptung, die ihre tatsächliche Funktion vollständig verzerrt und eine für das urbane Zusammenleben unverzichtbare Arbeit unsichtbar macht.

Die Debatte im Stadtrat ermöglichte es zudem, diese Überlegungen mit der Entwicklung der kommunalen Verordnungen Barcelonas zu verknüpfen. In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass die Stadtverwaltung von Barcelona derzeit die kommunalen Verordnungen aktualisiert und verstärkt, um unzivilisiertes Verhalten zu sanktionieren, mit einer deutlichen Verschärfung der Bußgelder bei Ordnungswidrigkeiten.

Diese normative Veränderung konkretisiert sich in der neuen Verordnung über das Zusammenleben bzw. das zivilgesellschaftliche Verhalten, die nach ihrer endgültigen Verabschiedung und offiziellen Veröffentlichung voraussichtlich im Februar 2026 in Kraft treten wird. Die Reform erweitert den Katalog sanktionierbarer Verhaltensweisen und erhöht die Höhe bestimmter Geldbußen, insbesondere im Hinblick auf die unangemessene Nutzung des öffentlichen Raums und das Nachtleben.

Dieses neue Szenario stellt eine wichtige Herausforderung dar: Wie ein strengeres Sanktionsregime mit präventiven, pädagogischen und mediationsorientierten Politiken zu verbinden ist, sodass die Verschärfung der Sanktionen nicht die Arbeit von Straßenpädagoginnen und -pädagogen, gemeinschaftlichen Mediatorinnen und Mediatoren sowie von Einrichtungen des Zusammenlebens ersetzt oder verdrängt, die aus einer Perspektive der Nähe heraus arbeiten.

Die Nachbarschaftsbewegung bleibt eine grundlegende Säule des Stadtrats. Sowohl die Nachbarschaftsvereine als auch die AVV Plaça de la Farga sowie die Föderation der Nachbarschaften spielen eine Schlüsselrolle bei der Verteidigung sozialer Rechte, des Wohnens und des Zusammenlebens in den Stadtvierteln sowie bei der Stärkung der Bürgerbeteiligung in der Stadt.

Ich möchte diese Veröffentlichung ausdrücklich Carolina Torredemer, Präsidentin der Föderation der Nachbarschaften, sowie Andreu Rojas, Mitglied des Vorstands derselben Föderation, widmen, für ihr konstantes, rigoroses und großzügiges Engagement für die Stadt und für ihre aktive Beteiligung an Partizipationsräumen wie dem Stadtrat von Barcelona.

Abschließend ist hervorzuheben, dass bereits die Schutzkommission des Stadtrats eingerichtet wurde, ein grundlegendes Instrument zur Gewährleistung der Beteiligungsrechte der Bürgerschaft und der Organisationen. Ihre Inbetriebnahme stärkt die Rolle des Stadtrats als realen Raum partizipativer Demokratie und des Schutzes vor möglichen institutionellen Fehlfunktionen.

Die Plenarsitzung des Stadtrats von Barcelona vom 16. Dezember spiegelt eine Stadt im Wandel wider, die darüber debattiert, wie Regulierung und Zusammenleben, Sanktion und Prävention, Sicherheit und sozialer Zusammenhalt miteinander zu verbinden sind. Aus der Perspektive der Konfliktmediation und der MASC sowie aus der nachbarschaftlichen Vertretung heraus ist die Herausforderung klar: ein freundliches und entgegenkommendes Barcelona aufzubauen, das reguliert, wenn es notwendig ist, zugleich aber entschieden auf Dialog, Gemeinwesenarbeit und nachbarschaftliches Engagement als zentrale Achsen des Zusammenlebens und des gesellschaftlichen Zusammenhalts setzt.

Daniel Sererols Villalón, Rechtsanwalt und Konfliktmediator
AVV Plaça de la Farga (Föderation der Nachbarschaften) · Mitglied des Stadtrats von Barcelona · Nachbarschaftlicher Vertreter des Bezirks Sants-Montjuïc
Tel. 661.463.306

daniel@mediadorconflictos.com

Barcelona, 23.12.2025